Jul 082014
 

2013-08-01_Worms_N_1254

SchUM (hebräisch ‏שו״ם‎) ist die Abkürzung für die Städte Speyer, Worms und Mainz http://www.worms.de/de/tourismus/sehenswertes/juedisches_worms/welterbeantrag-schum-staedte/

So werden in jüdischen Quellen die drei Rheinstädte Speyer, Worms und Mainz bezeichnet, die im Mittelalter bedeutende, miteinander kooperierende jüdische Gemeinden hatten. Das Wort SchUM ist eine Abkürzung von: Schin (Sch) für Schpira (Speyer), Waw (U) für Warmaisa (Worms) und Mem (M) für Magenza (Mainz).

Insbesondere Worms hat jedoch noch ältere Wurzeln, worauf auch das oben zu sehende Foto des Wormser Sarazenenturms hinweist und die heutigen Bewohner, der bereits von den Kelten gegründeten Stadt, wetteifern mit Augsburgern, Trierern und Kemptenern um den Titel der ältesten Stadt Deutschlands. Worms ist der deutsche Vertreter im Most Ancient European Towns Network (Arbeitskreis der ältesten Städte Europas).

Bekannt ist Worms als Nibelungen- und Lutherstadt und für seinen Dom, der neben dem Mainzer und dem Speyerer Dom einer der drei romanischen Kaiserdome ist. Worms (jidd. Wermajze, ווירמייזא) war überdies ein Zentrum aschkenasisch-jüdischer Kultur in Deutschland.

Einen Stadtrundgang durch Worms (aber natürlich auch durch Mainz und Speyer) kann ich echt empfehlen: http://www.worms.de/de/tourismus/fuehrungen/index.php

Hier der Dom…

2013-08-01_Worms_N_1208

…und das Wormser Lutherdenkmal:

2013-08-01_Worms_N_1247

Außerdem war Worms früher auch für seine Lederwarenproduktion bekannt und hier sieht man die Statue eines Arbeiters (in Begleitung):

2013-08-01_Worms_N_1222

 

Hier noch ein Foto des ältesten jüdischen Friedhofs Europas in Worms:

2013-08-01_Worms_N_1216

Es hat eine lange Tradition, Steine auf die Grabsteine zu legen, wie dies auch im Film „Schindlers Liste“ zu sehen ist. Auf Oskar Schindlers Grab in Israel steht ein Teil des folgenden Zitats aus dem babylonischen Talmud:

„Nur für diesen Zweck wurde der Mensch erschaffen:
Zu lehren, wer eine einzige Seele zerstört,
Zerstört die ganze Welt.
Und wer eine einzige Seele rettet,
Rettet die ganze Welt…“

In Worms, Mainz und Speyer finden vom 7.9. – 11.9. die Abschlusskonzerte der Klezmer Masterclass unter der künstlerischen Leitung von Giora Feidman statt. (Hier zu hören: „Yiddish Mazurka“ !)

Jüdische Traditionen leben auch in anderen deutschen Städten erfreulicherweise wieder auf und so gibt z.B. das Duo „Regenbojgn“ (Tania Alon & Olaf Ruhl) am 23. August 2014 ein Konzert mit jiddischen Liedern in der J.S.Bach-Kirchengemeinde in Berlin-Lichterfelde.

Das Duo „Tangoyim“ geht demnächst auf Konzerttour mit jiddischen Liedern, Tango- und Klezmer-Musik: http://www.tangoyim.de/programm.php (Der Name des Duos setzt sich aus Tango und Goyim (Bezeichung für Nicht-Juden) zusammen. Klezmer  ( כליזמר ) bedeutet wörtlich „Gefäß des Liedes“ und ist eine aus dem aschkenasischem Judentum stammende Volksmusiktradition.)

Hier noch mehr zum Tango und dessen jüdischen Wurzeln http://www.deutschlandradiokultur.de/tango-und-seine-juedischen-wurzeln.1079.de.html?dram:article_id=176207

Deutschland und insbesondere Berlin ist seit einigen Jahren auch ein beliebtes Reiseziel junger Frauen und Männer aus Israel: http://www.zeit.de/2010/28/WOS-Deutschland-Begeisterung-Israel

Schalom, Shalom chaverim!